Das Systemkonzept

Unter System versteht man die Gesamtheit der für das Modell betrachteten Elemente mit ihren logischen Beziehungen und wohldefinierten Interaktionen. Dabei unterscheidet man wieder kontinuierliche Systeme und diskrete Systeme. Die Abgrenzung erfolgt analog zu den Modellen. Wir wollen hier nur auf diskrete Systeme eingehen.

Bestandteile eines Systems

Ein System besteht aus verschiedenen Elementen, die wir hier anhand eines kleinen Beispiels kurz erläutern wollen. Nehmen wir an, wir wollen einen Fertigungsprozeß der Werkstattfertigung simulieren. Dabei interessiert uns, welcher Auftrag wann auf welcher Maschine gefertigt wird.

Die Eigenschaften einer jeden entity wird als Attribut bezeichnet. Die verschiedenen Maschinen- und Auftragstypen können also anhand ihrer individuellen Attribute unterschieden werden. Diese Attribute sind jedoch nicht umbedingt fest und konstant wie beispielsweise die maximale Belegungszeit. Vielmehr spiegeln sich die Systemzustände in den verschiedenen Ausprägungen der Attribute der entities wider. So kann eine Maschine das Attribut belegt oder unbelegt besitzen. Treten in dem System keine zufälligen Ereignisse ein, so kann eindeutig der Folgezustand aus dem jetzigen Zustand abgeleitet werden (siehe deterministische Simulation).
Die wartenden Aufträge vor einer Maschine werden zu sets zusammengefaßt. Diese sets von entities sind Warteschlangen bzw. Ansammlungen von Aufträge. Für diese sets können Reihenfolgekriterien wie FIFO (first in first out) oder ähnliche definiert werden.

Um nun von einem Zustand in den anderen übergehen zu können bedarf es eines Ereignisses (event). Diese Ereignisse sind in der diskreten Simulation Zustandsprünge wie beispielsweise der Zugang eines neuen Auftrages, das Freiwerden einer Maschine etc. Diese events sind ausschließlich zeitpunktbezogen und geben keine Dauer wieder. Der Zustandswechsel bedarf also keiner Zeit. Zwischen zwei Ereignissen bleibt der Systemzustand konstant. Zwischen zwei Ereignissen tritt eine Aktivität ein, die das nächste Ereignis vorbereitet.

Um in unserem Modell zu bleiben wäre dieses die Maschine, die im Zustand belegt ist und die Arbeit am Werkstück durchführt. Das Anfangsereignis für die Aktivität war der Zustandswechsel von unbelegt nach belegt. Die Aktivität der Maschine ist die Bearbeitung des Werkstücks. Beendet ist die Aktivität mit dem Zustandswechsel von belegt nach unbelegt. Diese Aktivitäten können sowohl in dem System geschehen (wie hier die Werkstückbearbeitung; endogen) als auch außerhalb des System ablaufen (exogen).

Abschließend sei noch kurz auf die Systemumgebung eingegangen. Darunter versteht man alle externen Faktoren, die eine Änderung im System verursachen können. Dieses können sowohl die exogenen Aktivitäten sein als auch die von Außen vorgegebenen Attribute der entities, die Einfluß auf das Systemverhalten haben.